Freilassinger Wärmeplanung: Rückmeldung noch möglich

Freilassing - Pressemeldung Freilassinger Anzeiger v. 20.04.2026

Im Zuge der Kommunalen Wärmeplanung haben Anwohner des Prüfgebietes vor wenigen Wochen von der Stadt en Schreiben erhalten. Gebäudeeigentümer werden unverbindlich nach ihrem Interesse befragt, ob für sie der Anschluss an eine leitungsgebundene Wärmeversorgung grundsätzlich vorstellbar ist. Die in dem Schreiben genannte First zur Rückmeldung ist zwar verstrichen, doch werden in diesen Tagen eingesandte Fragebögen noch berücksichtigt, teilt die Stadt mit. Je nachdem wie viel Interesse im Prüfgebiet Innenstadt besteht, werden weitere Detailuntersuchungen aufgenommen. Der Gesetzgeber schreibt den Städten und Gemeinden die Kommunale Wärmeplanung vor, sie soll vor Ort einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz leisten

Kommentar:

Wärmeplanung: Rückmeldung noch möglichAktuell kommt es ja bundesweit ganz dick für „die“ Energiewende. Neben immer mehr Bürgern werden sich auch immer mehr namhafte Publikationen über die Folgen dieser undurchdachten Vorgehensweise klar. Nachvollziehbar an der nicht mehr zu verleugnenden Tatsache der Deindustrialisierung als direkte und absehbare Folge der Energiewende in unserem guten alten Deutschland. Wenn es um den Arbeitsplatz geht, macht es plötzlich „Klick“.

In Freilassing hat man ja, genau den Vorgaben der Gesetze folgend, die sog. „Wärmeplanung“ angefangen. Für zehntausende Euro wurde von einer Rosenheimer Firma, einer 100 %-igen Tochter der Bayernwerke, welche wiederum selbst umfangreich Wärmenetze betreibt, ein Entwurf geschrieben.

Welch ein Wunder aber auch, dass der Firmen-Vorschlag für Freilassing mindestens drei lukrative Stadtbereiche als ideal für die Errichtung von Wärmenetzen darstellt.

Mit Datum 13.03.2026 wurden die Grundstückseigentümer im Bereich der Hauptstraße seitens der Stadt in Hinblick auf einen möglichen Fernwärmeanschluss abgefragt. Im Brief wird angesprochen, dass der Umweltschutz uns alle angehen würde. Weit mehr Bürger als der „Staat“ haben das schon sehr lange erkannt und sind mit hochmoderner hybrider Technik entsprechend in Vorleistung gegangen. Der netteste Satz im Anschreiben ist dann: „…Die gesetzlichen Vorgaben zielen darauf ab, dass alle an einem Strang ziehen – die öffentliche Hand ebenso wie Unternehmen und Privatleute.“ Mit keinem einzigen Wort wurden in dem Schreiben die horrenden Kosten für die Erstellung des gewünschten Wärmenetzes und die anhaftenden Leitungsverluste genannt. Wäre dies in einem Anfall von Transparenz geschehen, wäre der Rücklauf auf dieses Schreibens vermutlich nicht noch bei ca. 50 Prozent gelegen, sondern wohl eher bei Null. Meine persönliche Einschätzung ist, dass von diesen wenigen Rückläufern zwei Drittel einem möglichen Anschluss eine Absage erteilt haben.

Wären die Bürger über die Kosten aufgeklärt worden, wäre es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu keiner einzigen Absichtserklärung gekommen.

In der Ausgabe vom 18.04.2026 – Ab jetzt geht es in die Höhe kann man dann unter „Die Eckdaten des Neubaus“ lesen, dass die Heizung mit Luft-Wärme-Pumpe(n) in Verbindung mit Gasthermen ausgeführt wird. Kostengünstiger Stand der Technik, eine absolut logische Entscheidung. Keine unauflösbare Abhängigkeit. Jederzeitiger Anbieterwechsel möglich. Mein Glückwunsch zu dieser Entscheidung.

Nachteil für die Rosenheimer Beratungs-/Planungsfirma, ein gewünschter „Ankerkunde“ und damit gewichtiges Argument für ein Wärmenetz südlich der Bahn fällt einfach weg, noch dazu wo auch die benachbarte Realschule angeschlossen wird.

Welchen Irrweg eine Kommune gehen kann, sieht man dann in Bad Reichenhall. Natürlich könnte man den Reichenhallern sagen, wer einen Juristen zum Bürgermeister wählt, ist selbst schuld. Denn in diesem Fall wird nicht etwa gemacht, was dem Bürger dient, sondern was zum Zwecke der kommunalen Finanzierung juristisch durchsetzbar ist. Jurist halt. Da wird ein neuer „Steg“ geplant mit einem Wasserkraftwerk über einen Fluss ohne regelmäßigem „Wasser-Inhalt“. Der Steg wird als „Goodie“ obendrauf verkauft, und weil es juristisch so logisch ist, schraubt man unten dran noch eine Fernwärmeleitung, in Summe wohl ca. 1,2 km, wäre es doch so praktisch, die paar Liegenschaften in Nonn anzuschließen, man sieht, der Irrsinn hat Methode.

Soweit bekannt, ist es aktuell in Reichenhall nicht einmal möglich, die durch den Einbau der bisherigen Fernwärmeleitungen verursachten Straßen-Schäden zu beheben.

Ganz klar geht die Aufforderung an den Stadtrat von Freilassing, diesen Unsinn sofort zu beenden und keinen einzigen Euro mehr für diesen Zweck auszugeben. Bei dieser Rücklauf- und/oder Zustimmungsquote müsste man sonst von vorsätzlicher Steuergeldverschwendung reden.

Wolfgang Wagner

Freilassinger Wärmeplanung: Rückmeldung noch möglich

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen